ehemalige Synagoge


Dauerausstellung

JÜDISCHES LEBEN IN DER EHEMALIGEN SYNAGOGE

Die ehemalige Synagoge Stadtschlaining ist ein Raum des Gedenkens und der Bildung, der die  kulturelle Vielfalt und Geschichte des jüdischen Volkes ehrt. Die bewegende Ausstellung mit dem Titel „Spurensuche. Fragmente jüdischen Lebens im Burgenland.“ erzählt vom jüdischen Leben in der Region.

Am Hauptplatz, in unmittelbarer Nähe zur Friedensburg, liegt die im 18. Jahrhundert gegründete, ehemalige Synagoge und das ebenfalls denkmalgeschützte Rabbinerhaus.

Wie kann jüdisches Leben, Judentum dargestellt werden? Was macht einen Menschen, seine Umgebung und sein Leben jüdisch? In der Schau wird durch die ausgestellten Objekte und Texte jüdisches Leben präsentiert und nähergebracht. Im Zentrum der von Mag. Christof Cremer kuratierten Ausstellung stehen vor allem die Menschen. Es sind übernommene Erzählungen, Gegenstände, Kleidungsstücke, Traditionen, Familie und Familiengeschichte, die einen Einblick in das Leben der damaligen Zeit gewähren. Neben der Ausstellung beherbergt die ehemalige Synagoge heute auch einen Ort des Gedenkens und der Erinnerung an die 1938 vertriebene und vernichtete jüdische Bevölkerung des Südburge

APP AUDIO-GUIDE

Individuelle Besichtigung mit dem App Audio-Guide - für Erwachsene auf Deutsch und Englisch

Öffnungszeiten

ausstellung in der ehemaligen Synagoge

Ganzjährig ab 09.05.2024 geöffnet (ausgenommen 25.12. und 26.12.2024)

Di – So & Feiertage

10:00 – 16:00 Uhr

Adresse

Bitte beachten Sie, dass die ehemalige Synagoge nicht in der Burg, sondern in unmittelbarer Nähe liegt.

ehem. Synagoge
Lange Gasse 3 / Hauptplatz
A-7461 Stadtschlaining


Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Stadtschlaining
 

Die Synagoge war das kultische und kulturelle Zentrum der einst großen jüdischen Gemeinde Stadtschlaining. Das griechische Wort synágein bedeutet „zusammenkommen“ oder „versammeln“. Das Wort „Synagoge“ bezeichnet zunächst die sich versammelnde Gemeinde. Es korrespondiert mit dem hebräischen Wort Bet HaKnesset (Haus der Versammlung). Die Synagoge ist aber nie ausschließlich liturgischer Ort, sondern religiöses, kulturelles und manchmal auch soziales Zentrum einer jüdischen Gemeinde.

Die Ausweisung aller Juden aus den österreichischen Erblanden durch Kaiser Leopold I. Im Jahr 1670 ist zugleich der Anfang der jüdischen Gemeinde in Stadtschlaining. Die Vertriebenen fanden unter anderem Zuflucht auf den Gütern westungarischer Adelsfamilien, so auch der Batthyány. Hier wurde ihnen gegen die Entrichtung von Schutzgebühren Unterkunft gewährt. Später pachteten oder kauften sie auch andere Häuser in der Stadt. Zu den jüdischen Gemeindeeinrichtungen zählten die Synagoge, eine Mikwe (das jüdische Tauchbad) eine koschere Fleischbank, eine Schule, der Friedhof und eine Chewra kadischa (Beerdigungsbruderschaft). Der Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzende Trend der Auflösung der Landgemeinden und der Übersiedlung in Ballungszentren sowie wirtschaftliche Gründe bewirkten die Abwanderung der ansässigen Bevölkerung in die unmittelbare Umgebung, aber auch in weiter entfernte Gebiete und große Städte. Bei der Vertreibung der letzten jüdischen Familien aus Stadtschlaining durch die Nationalsozialisten 1938 war die einst florierende jüdische Gemeinde nur mehr ein Schatten ihrer selbst.